Home RegionenAustralien / Ozeanien FRANZÖSISCH-POLYNESIEN, EIN IRDISCHES PARADIES

FRANZÖSISCH-POLYNESIEN, EIN IRDISCHES PARADIES

This article is also available in: Français

„Das ist ein Paradies auf Erden!”, rief Louis-Antoine de Bougainville, als er im Frühjahr 1768 auf Tahiti an Land ging. 250 Jahre später kann ich guten Gewissens behaupten, dass das noch immer so ist.

Ich habe einen viermonatigen Vertrag auf einem Kreuzfahrtschiff hinter mir, mit dem ich ab Norwegen Meere und Ozeane befahren habe, um schließlich im südlichen Pazifik mit seinem türkisblauen Wasser, seiner üppigen Natur und seinen freundlichen Einwohnern an Land zu gehen, die mich mit Blumenkränzen empfangen haben. Anstatt sofort nach Luxemburg zurückzureisen, entschied ich, einen Monat länger zu bleiben, um Tahiti und die Inseln zu erkunden. 

Französisch-Polynesien, fünf Archipele, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Französisch-Polynesien besteht aus fünf Archipelen mit 118 Inseln, von denen 76 bewohnt sind. Die Inseln verteilen sich auf eine Wasserfläche von etwa 5 Millionen km², sprich die Fläche von Europa. Französisch-Polynesien in einer Reise komplett zu erkunden ist natürlich möglich, aber man sollte sich Zeit nehmen, viel Zeit, da die Inseln und Atolle sehr weit voneinander entfernt liegen. 

Ein gewisses Budget sollte auch vorhanden sein, denn das wichtigste Verkehrsmittel für die Reisen von Insel zu Insel ist das Flugzeug mit der lokalen Airline Air Tahiti.

Da ich nur einen Monat vor mir habe, besuche ich mit meinem angereisten Freund das Fremdenverkehrsbüro in Papeete, denn wir müssen eine Auswahl an Zielen treffen.

Stop 1 

Die Insel Tahiti, die größte der Inseln

Auf Tahiti, der größten der Insel des Überseegebietes, befindet sich die Hauptstadt Papeete. Auf dem Markt ist jeden Tag ab 6 Uhr morgens richtig was los. Er ist ein wichtiger Ort für die Einwohner und auch eine Touristenattraktion. Die Stände sind überladen mit exotischen Früchten, tropischen Fischen und handwerklichen Produkten aller Art. Wie die Tahitianerinnen lege ich mir eine Kette aus Tiareblüten um, bevor wir mit dem Mietwagen die Insel erkunden. Wir haben die Wahl zwischen den schwarzen Sandstränden an der Ostküste und den weißen Sandstränden an der Westküste. Unbedingt ansehen: der Ort Teahupo’o mit seiner legendären Welle. Dieser Spot gehört zu den Austragungsorten der Surf-Weltmeisterschaft und ist bekannt dafür, einer der gefährlichsten der Welt zu sein. Surf-Anfänger sind hier fehl am Platz! Abends essen wir am Place Vaiete in der Nähe des Hafens von Papeete, wo ein Dutzend Food Trucks auf ihre Gäste warten. Zur Auswahl stehen tahitische, chinesische und europäische Spezialitäten. Ich bestelle das traditionelle Gericht, roher Fisch in Kokosmilch.

Stop 2 

Die Insel Moorea, Natur pur

Eine Stunde mit der Fähre ab Papeete und wir kommen in der blau schimmernden Lagune von Moorea an. Die Insel ist quasi nicht bebaut, auch wenn sie mit 18.000 Einwohnern die zweitgrößte Insel von Französisch-Polynesien ist. Die Straße, die Moorea umrundet, ist etwa 60 km lang und man kommt gut mit dem Roller vorwärts. Wir entscheiden, zehn Tage hierzubleiben. Auf dem Programm: „Das glückliche Leben”, wie man hier sagt. Die Tage verbringen wir mit Faulenzen am Strand, Wanderungen und Aktivitäten in der Lagune. Zu den schönsten Orten gehört der Strand Tipaniers, wo Sie kitesurfen oder ein Kajak leihen können, um zu dem berühmten Ort zu kommen, wo man mit Rochen und Schwarzspitzen-Riffhaien schwimmen kann. Es gibt verschiedene Niveaus bei den Wanderungen, manche sollten in Begleitung eines Wanderführers erfolgen. Leichte, aber sehr schöne Wanderungen bringen uns zum „Pass der drei Kokospalmen” und zu den Ananasfeldern im Tal Opunohu. Abends bewundern wir den Sonnenuntergang und schlürfen einen Mai-Tai mit exotischen Fruchtsäften.  

Stop 3 

Die Insel Raiatea, die heilige Insel

Wiege der polynesischen Bevölkerung und Kultur. Von hier aus brachen die großen Seefahrer Polynesiens auf, andere Inseln im Pazifik zu bevölkern. Als erste bevölkerte Insel besitzt Raiatea den „Marae”, den spektakulärsten und ältesten Tempel im polynesischen Dreieck. Taputapuatea, heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, war früher ein kultureller, sozialer und politischer Komplex. Noch heute versammeln sich Menschen aus Hawaii, Neuseeland und von den Cook-Inseln an diesem heiligen Pilgerort, den sie als Wiege ihrer Kultur betrachten. Raiatea hat keinen Sandstrand, aber viele Inselchen (Motus) sind für Besucher zugänglich und leicht mit dem Motorboot oder Kajak zu erreichen. Vor Ort genießen Sie pure Badefreude in idyllischen Gewässern. 

Stop 4 

Die Insel Tahaa, die Insel der Vanille

Tahaa, die Schwesterinsel von Raiatea, hält nichts von ausgetretenen Pfaden und ist einen Umweg wert. Wir beschließen, die wichtigsten Orte mit dem Boot anzusteuern. Unser Touristenführer erzählt uns von der Kultur und ein paar Anekdoten über die Insel. Der erste Stopp ist eine Vanilleplantage, etwa 100 m vom Ufer entfernt.

Dort erfahren wir alles über die Vanilleproduktion und besuchen die Plantagen. Die Vanille aus Tahaa gilt als eine der besten der Welt und wird auch gerne „schwarzes Gold” genannt, da ihr Exportpreis sehr hoch ist. Ich kaufe mir ein paar Schoten zu einem recht günstigen Preis. Der zweite Halt ist eine Perlenfarm. Die Perlenzucht gehört zur Kultur und zum Know-how der Polynesier und ich gönne mir eine schwarze Perle als Andenken. Zum Mittagessen verwöhnen wir uns mit einer Goldmakrele (mahi-mahi) in Vanillesauce, von der Frau unseres Begleiters frisch zubereitet.

Den Nachmittag verbringen wir im Korallengarten mit Blick auf Bora-Bora. Setzen Sie Maske und Schnorchel auf, tauchen Sie den Kopf unter Wasser und lassen Sie sich beim Bestaunen der kunterbunten Fische und Korallen einfach treiben. Pure Entspannung! Auf der Rückfahrt kommen wir an dem ehemaligen Haus von Joe Dassin vorbei, der es in den 1970ern gekauft hatte.

Stop 5 

Das Atoll von Tikehau, die Postkarte Polynesiens

Dieses kleine Atoll im Archipel Tuamotu ist sehr ruhig und viel weniger besucht als seine Nachbarn. Tikehau besitzt eine bezaubernde Lagune in Form einer Krone, die einem großen Schwimmbad gleicht. Die Pension, in der wir wohnen, besteht aus vier rustikalen, aber sehr sauberen Bungalows. Sie reichen bis zum weißen Sandstrand und wir verfügen über zwei Liegestühle, einen Sonnenschirm sowie zwei Fahrräder, um die 9 km lange Inselumrundung zu machen. Der Hauptort besteht aus einigen Häusern, einem Lebensmittelladen, einem Restaurant und einer Tauchschule. Alle leben im Rhythmus des Atolls. Nachdem wir der Küste an der Lagune gefolgt sind, entdecken wir die Küste am Ozean. Einfach traumhaft. Wir sind hier quasi allein auf der Welt. Die Wellen schlagen kraftvoll gegen die riesigen Riffs. Am nächsten Tag geht es um 6 Uhr morgens zu einer Tour zu dem Atoll, das Jacques Cousteau als das fischreichste der Welt betrachtete. Ruhig und ohne hastige Bewegungen folgen wir unserem Tauchbegleiter unter Wasser und finden uns plötzlich Nase an Nase mit einem Manta. Lange Minuten lang schwimmen wir Seite an Seite mit diesem Meeresgiganten, ein fantastisches Erlebnis. Den restlichen Tag verbringen wir auf einer Riffinsel mit rosa Sandstrand, wo wir Muscheln suchen und gemütlich im Sand dem Rauschen der Wellen und des Winds in den Palmen lauschen…

Bild: Maïté Van Der Vekene

Autor: Maïté Van Der Vekene

Sie werden auch mögen

This website uses cookies to analyse traffic anonymously and to help us provide you with the best experience we can. Our cookie policy provides detailed information about how and when we use cookies. By browsing our website, you are agreeing to the use of cookies. You can configure your internet browser settings to manage your cookies preferences and refuse the use of cookies. I Accept More Information