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AUF DEN SPUREN DER IMPRESSIONISTEN

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DIE WELTWEIT BERÜHMTE ORTSCHAFT GIVERNY IM FRANZÖSISCHEN DEPARTEMENT EURE VERSETZT IHRE BESUCHER ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT. HIER, IN DIESER BUKOLISCHEN RUHE DES NORMANNISCHEN LANDES, WO CLAUDE MONET EINST LEBTE, LEGT SOGAR DIE ZEIT EINE PAUSE EIN. SEIN KÜNSTLERISCHER WERDEGANG FOLGT DEN WINDUNGEN DER SEINE UND FÜHRT UNS MIT DER GANZEN FAMILIE BIS ZU DEN TOREN VON PARIS. DIE SPIELERISCH GESTALTETE REISE BRINGT DIE KINDER AUF SPANNENDE WEISE MIT DEM SCHAFFEN MONETS UND DER KUNST ALLGEMEIN IN KONTAKT.

Außerhalb der Zeit, in einem anderen Jahrhundert. Beim Betrachten der Seerosen, die gemächlich auf dem Wasser treiben, öffnet sich plötzlich eine Tür zur Vergangenheit. In Giverny hat sich einfach nichts verändert, seit Claude Monet in mühevoller Arbeit bis ins kleinste Detail seinen Wassergarten plante, pflanzte und pflegte. Ein lebendiges und farbenfrohes Stück Natur, das noch heute Klein und Groß bezaubert.

EIN BESINNLICHER MOMENT IN GIVERNY

Der Teich? Um den Teich mit Wasser zu füllen, wurde der Lauf des Ru, ein Seitenarm des Flusses Epte, umgeleitet. Die „exotischen“ Pflanzen, die seine Nachbarn so sehr fürchteten? Ginkgo, Bambus, Strauch-Pfingstrosen und vieles mehr wuchert rund um das kleine Gewässer. Die japanische Brücke? Die ist noch genauso grün wie auf den Gemälden, die seit über einem Jahrhundert in Museen in aller Welt bewundert werden. Das Boot, das unter den leise trauernden Weiden schipperte? Das ruht in Frieden, zur Erinnerung an den Gärtner, der jeden Morgen die Seerosen säuberte, damit sie bei Monets Ankunft makellos waren.

Im Garten, der um das Haus herum verläuft, ändern sich die Farbnuancen im Laufe der Jahreszeiten, der Blütestände und der Tageszeit. Gestern faszinierten sie den Künstler, der unermüdlich die Reflexe und das Spiel des Lichts studierte, heute faszinieren sie den Besucher, der tatsächlich den Eindruck hat, Teil der Meisterwerke Monets zu werden.

IDEAL FÜR KINDER

Dieser Rundweg ist selbst mit noch sehr jungen Kindern einfach zu bewältigen. Die Spaziergänge sind unterhaltsam und regen die Sinne an. An einer Blume schnuppern, sie ihm Garten wiedererkennen und dann auf einem Gemälde suchen lässt bei Kindern, die sich sonst bei Museumsbesuchen eher sträuben, keine Langeweile aufkommen. Der Rundgang erfolgt zum größten Teil draußen an der frischen Luft und ist eine verspielte Annäherung an den Impressionismus.

EIN TIPP VON REESEN:

Wenn Sie Ihre Kinder mitnehmen, packen Sie Block und Stifte ein und lassen Sie sie die fotogene japanische Brücke nachmalen. Schicken Sie Ihre Kinder los, Gladiolen, Dahlien oder Sonnenblumen im Garten aufzuspüren. Während die Kleinen vergnügt auf den Wegen herumtollen, können Sie den Garten genießen.

EIN FARBENPRÄCHTIGES SCHAUSPIEL

Außerhalb des Gartens, wo die langen Stängel des eleganten Klatschmohns, der hochgewachsenen Iris und hunderter anderer Blumen leise im Wind säuseln, versetzt Sie der Besuch seines Hauses, seines Salon-Ateliers und seines Zimmers zurück ins frühe 20. Jahrhundert.

Dieses Haus ist so viel mehr als nur ein Museum. Es spiegelt Monets Leben wider, seine Leidenschaft für die Farbe, wie man es an dem strahlenden Blau in der Küche und dem leuchtenden Gelb im Esszimmer unschwer erkennt. Die jahrelang mühevoll zusammengetragenen japanischen Holzschnitte (darunter die von Hokusai) schmücken noch immer die Wände, und es zerreißt einem fast das Herz, diesen pittoresken, friedlichen Ort wieder verlassen zu müssen.

Etwas weiter entfernt, aber auch zu Fuß zu erreichen, befindet sich das Museum der Impressionisten, in dem regelmäßig Themenausstellungen gezeigt werden. Von den „berühmten“ Gemälden hängt dort aber keines. Diese werden in New York, London, Chicago gezeigt, nicht aber in Giverny. Besuchen Sie auch den Garten des Museums. Er ist frei zugänglich und besteht aus Beeten, die nach Farben sortiert bepflanzt sind: Weiß, Blau, Rot, Gelb, Rosa – ein zauberhaftes Schauspiel aus Farben, das die Kinder begeistern wird. Denn hier ist nichts belehrend, hier wird nichts trocken vermittelt, nichts aufgezwungen. Der Besucher lässt sich von seinen Eindrücken leiten, folgt seinen Gefühlen. Ein Spaziergang durch den Ortskern, wo sich quasi hinter jeder Tür ein Künstleratelier verbirgt, ist ebenfalls überraschend und fern jedes zeitlichen Kontextes.

EIN TIPP VON REESEN:

In der Boutique der Stiftung Monet sind viele Werke speziell für das junge Publikum erhältlich (Malbücher, Malutensilien, Bücher für eine erste Annäherung an die Kunst). Eine sehr schöne Art, zu vertiefen, was die Kinder entdeckt und gelernt haben und sie anzuregen, selbst künstlerisch tätig zu werden.

ZWISCHENSTOPP IN VÉTHEUIL UND IN CHATOU

Vétheuil. In dieser Flussbiegung der Seine hat sich Claude Monet 1878 völlig mittellos niedergelassen, lange bevor er nach Giverny weiterzog, lange bevor er als Künstler erfolgreich wurde. Die riesigen Kreidefelsen, die grünen Hügel haben ihn hier zu etwa 150 Werken inspiriert.

Seit 2010 engagiert sich die Gemeinde in Partnerschaft mit dem Naturpark, der Region und dem Generalrat im Rahmen der Aktion „Ungeschnittenes Gras, geschützte Natur“, die Pflanzenvielfalt zu erhalten. An den Straßen der Ortschaft wuchern Iris und Stockrosen. Die Kirche, die Seineufer, die Felsen … Bei einem Spaziergang in diesem noch ländlichen Dekor scheinen alle Szenen seiner Gemälde intakt. Das in ein Gästehaus umfunktionierte Haus, in dem Monet lebte, wurde restauriert, wie zu Zeiten des Künstlers möbliert und kann besichtigt werden (5 €/Pers.). Viel weiter, in Richtung Paris, lohnt sich ein Zwischenstopp auf der Insel der Impressionisten in Chatou, wo sich auch das Restaurant La Maison Fournaise befindet. Auguste Renoir und Claude Monet malten hier gerne gemeinsam am Flussufer. In Croissy-sur-Seine erfanden sie 1869 eine „freie und losgelöste“ Maltechnik, die charakteristisch für den Impressionismus wurde.

EIN TIPP VON REESEN:

Eine Kreuzfahrt auf der Seine, eine Pause in einem Vergnügungslokal („Guinguette“), eine Radtour am Flussufer … Möglichkeiten gibt es viele, damit es für Ihre Kinder spannend bleibt. Setzen Sie Strohhüte auf, packen Sie ein paar typische Accessoires ein und stellen Sie sich vor, Sie seien ins 19. Jahrhundert gereist …

« DER MENSCH DER ZUKUNFT WIRD WIE WIR HERKOMMEN, VON DER POESIE DER WELT TRÄUMEN UND DAS UNERGRÜNDLICHE DES NICHTS ZU DURCHDRINGEN SUCHEN. »

UNBEDINGT AUSPROBIEREN

René Dequehen, der allseits bekannte Eismann und Chocolatier in

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Die Wanderwege rund um Giverny

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Das 1-Michelinstern-Restaurant Jardin des Plumes in Giverny

jardindesplumes.fr

Übernachtung im Hotel mit Spa in Rolleboise

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PARIS, MONETS SPUREN IN DER HAUPTSTADT

Wenn Sie über die Porte de la Muette in Paris ankommen, besuchen Sie zunächst das Museum Marmottan Monet. Hier können Sie das berühmte Gemälde „Impression, Sonnenaufgang“ bewundern, ein Seestück aus dem Jahre 1872, das den Hafen von Le Havre zeigt. In dem überschaubar großen Museum gibt es noch viele weitere Gemälde zu betrachten. Seit 1966 ist das Museum Universalerbe von Monet; dessen Sohn Michel schenkte dem Museum um die hundert Gemälde.

Im Museum Orsay im Zentrum von Paris können Sie sich auf 88 Gemälde von Claude Monet freuen, darunter die Ansichten der Seine in Argenteuil, die Mühlsteine, der Klatschmohn und die Kirche in Vétheuil. Ergänzt wird die Ausstellung mit Werken von Renoir, Pissarro, Berthe Morisot, Sisley, Cézanne, Van Gogh …

Lassen Sie Ihre Rundfahrt im Jardin des Tuileries gegenüber dem Obelisken am Concorde-Platz im Museum der Orangerie ausklingen, das eigens für die „Seerosen“ von Monet errichtet wurde, die der Maler dem französischen Staat am Tag nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 schenkte. Gustave Geoffroy, eines der zehn Gründungsmitglieder der Akademie Goncourt, sagte damals: „Das wird ein Museum für die Zukunft werden, ein Museum, das seinesgleichen sucht, wo der Mensch später in vielen Jahren herkommt wie wir heute, um von der Poesie der Welt zu träumen und zu versuchen, das Unergründliche des Nichts zu durchdringen“.

Der Bau der immensen Säle in Form des Unendlichkeitszeichens, die von Ost nach West vom Licht durchflutet werden, wie es von Claude Monet ausgeklügelt wurde, wurde vom Maler selbst überwacht. Die Seerosen sind hier zuhause, umgeben von Sonne oder Dunst, zwischen Schatten und Licht. Genau wie in Giverny.

SEINE REISE VORBEREITEN IN GIVERNY:

fondation-monet.com

mdig.fr

giverny.fr

IN VÉTHEUIL:

escale-chez-un-impressionniste.com

IN CHATO :

croisieres-en-seine.fr/lile-des-impressionnistes

musee-fournaise.com

MUSEEN VON PARIS:

marmottan.fr

musee-orsay.fr

musee-orangerie.fr

Autor: MARTINE CARRET

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