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BRÜSSEL, DIE STADT DER ÜBERRASCHUNGEN

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Bei einem kulinarischen Spaziergang an der frischen Luft können Sie in 48 Stunden eine geballte Ladung an Architekturgeschichte erleben, vor allem auf den Spuren von Victor Horta, dem Vater der Brüsseler Jugendstil-Architektur.

Neben der markanten altstadt gibt es in Brüssel viele andere sehenswerte, aber weniger besuchte Orte. In zwei Tagen können Sie das unglaublich reiche Architekturerbe in den Vierteln Ixelles und Saint-Gilles komplett zu Fuß erkunden. Zwischen Jugendstil und Art déco, zwischen Grünflächen und alten Gemäuern, zwischen Kunstgalerien und angesagten Orten trumpft die belgische Hauptstadt mit so mancher Überraschung auf. Sie können dort ganz ohne Hektik bummeln.

1. EIN WAHRZEICHEN: DER GRAND-PLACE

Besuchen Sie den „Großen Platz“, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, abends, wenn es schon dunkel ist und die Fassaden rund um den rechteckigen Kopfsteinpflasterplatz (110 x 70 m) schön beleuchtet werden. Flachreliefs, Skulpturen, Vergoldungen, Säulen … jedes der Gebäude, Symbole der früheren städtischen, herzoglichen Herrschaft oder der Macht der Zünfte, ist aufwändig gestaltet. Barocker und gotischer Stil vermischen sich je nach Bauwerk mit einem Hauch von Renaissance. Der Blick fällt auf auf den 96 m hohen Belfried des Rathauses. Auf seiner Spitze steht eine Statue des mit dem Drachen kämpfenden Erzengels Michael, dem Schutzpatron der Stadt. visit.brussels/fr/place/Grand-Place

2. GALERIES ROYALES SAINT-HUBERT

Die 1847 eröffneten „Königlichen Galerien“ bestehen aus drei überdachten Ladenpassagen: die Galerie der Königin, die Galerie des Königs und die Galerie der Prinzen. Die von den italienischen Galerien inspirierte Ästhetik der Architektur ist an sich schon einen Umweg wert. Nehmen Sie ruhig an einer Führung durch die Passage teil. Dabei erfahren Sie unter anderem, dass Victor Hugo, Alexandre Dumas und Edgar Quintet gerne im „Café des Arts“ zusammenkamen, das heute die „Taverne du Passage“ ist. grsh.be


© Jean-Paul Remy

3 . VICTOR HORTA

Der Pionier unter den Jugendstil-Architekten errichtete sein Haus und sein Atelier in der Rue Américaine 23–25. Der Grundgedanke war, ein Wohnhaus rund um eine zentrale Treppe unter einem Glasdach zu bauen, quasi ein Lichtbrunnen, der alle Räume beleuchten und mit der Dunkelheit der engen Reihenhäuser vom Ende des 19. Jahrhunderts brechen sollte. Fenster und Mosaike lassen dieses mehrgeschossige Wohnhaus noch größer wirken. Auch die Fassade ist bemerkenswert aufwändig gestaltet. Heute ist das Haus ein Museum. hortamuseum.be/fr/Accueil

4. JUGENDSTIL-RUNDGANG

Die „Jugendstilbauten von Victor Horta in Brüssel“ wurden in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Diese unter Denkmalschutz stehenden Architektenhäuser (Hôtel Tassel, Hôtel Solvay, Hôtel Eetvelde) sind unübersehbar. Ihre Fassaden sind mit ihren architektonischen Elementen einfach wunderschön. Das Haus des Architekten Paul Hakar zeugt von dessen Vorliebe für gusseiserne Elemente und Sgraffiti (Dekorationstechnik zur Bearbeitung von Wandflächen). Folgen Sie dem Rundgang, für den Sie im Touristenbüro eine detaillierte Beschreibung erhalten, oder gönnen Sie sich das Insiderwissen eines Fremdenführers.  arau.org/

5. CHAUSSÉE DE CHARLEROI

Die Seele baumeln lassen. Nr. 166. Genießen Sie einen Imbiss oder ein Getränk im japanischen Concept-Store Miss B by Kokoro, der auf Mangas spezialisiert ist. kokoromanga.be

Nr. 168. Donut-Laden mit fotogener Girly-Deko für Ihre Posts auf Instagram.  janson.cocodonutsbrussels.be

In der Rue Saint-Bernard Nr. 1 (Ecke Charleroi) werden in dem nüchternen Ambiente des Tero Produkte „direkt vom Bauernhof auf den Teller“ serviert. Nur saisonfrische Bio-Erzeugnisse. Perfekt für Vegetarier und Veganer.   tero-restaurant.com

6. TYPISCH BELGISCH

Mit dem belgischen Humor scherzt man nicht. Im Gegenteil. Die Meister
der Selbstironie inszenieren sich gerne selbst. In der Chaussée Charleroi Nr. 71 muss man beim Lesen der Slogans auf den T-Shirts und Sweatern einfach schmunzeln. Sofort anziehen oder als Geschenk einpacken lassen. bshirt.rocks

Auch hierauf ist das Land mehr als stolz: die Pommes. Das echte Rezept? Bintje-Kartoffeln und doppelter Frittiervorgang in Rinderfett. Gibt es nur in einem „Frikot“, einer echten Pommesbude, wie dem berühmten
Barrière in Saint-Gilles.

7. RUND UM DIE WEIHER

Spazieren Sie (1 km) an den Teichen im Viertel Étangs d’Ixelles entlang. Los geht es am Flagey-Platz, wo die „Fähre“ steht (ehemaliger Sitz der Radiostation, heute ein Kulturzentrum) und wo sich auch das Café Belga (Art déco) befindet. Bummeln Sie durch die angrenzenden Straßen mit ihren sehr schönen Wohnhäusern im Jugend- und Art-déco-Stil. Der Park der Abtei La Cambre bietet mit seinen Terrassengärten ein erholsames Ambiente. Die 1201 errichtete Abtei wurde lange Zeit von Zisterzienserinnen bewohnt. Werfen Sie unbedingt einen Blick auf die Fenster und den Kreuzgang der Kirche im Innenhof. 


   © Jean-Paul Remy

8. KAFFEEPAUSE

Im „Porteuse d’eau“. Das ist eigentlich eine Brasserie, man kann aber auch einfach einen Kaffee bestellen. Nehmen Sie am besten in der ersten Etage Platz. Auch wenn Deko und Fenster neu sind, ist das Ambiente einen Umweg wert. Das Gebäude gehört zur „Séquence Blérot“, ein Komplex aus 17 Gebäuden, die zwischen 1900 und 1902 von dem Architekten und Unternehmer Ernest Blérot entworfen wurden. Das Gebäude der Brasserie steht an einer Straßenecke und besitzt zwei mit Sgraffiti verzierte Fassaden. 

9. MAGISCHES MIM

Das Museum der Musikinstrumente (MIM) befindet sich seit dem Jahr 2000 in dem ehemaligen Geschäftshaus Old England, ein Jugendstilwerk von Paul Saintenoy (1899). Es zeigt auf vier Etagen eine der umfangreichsten Sammlungen der Welt (8000 Instrumente, davon 1200 in der Ausstellung). In der neuen Szenografie „werden Sie sehen, was Sie hören“. Wenn Sie an einem Instrument vorbeikommen, wird der Infrarot-Kopfhörer, den Sie am Empfang bekommen haben, aktiviert und spielt den Ton des Instrumentes ab. mim.be/fr

10. 21. JAHRHUNDERT

Das im April 2016 eröffnete Millennium Iconoclast Museum of Art (MIMA) befindet sich an einem Kanal in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Brauerei im Viertel Molenbeek-Saint-Jean. Das Museum widmet sich auf einer Fläche von 1300 m2, die sich über vier Geschosse verteilen, der Streetart und der Kultur 2.0. Dauer- und Wechselausstellungen präsentieren Künstler aus Punk, Rock, Electro, Hip Hop oder Folk, Filmkultur, plastische und grafische Kunst, Design, Tattoos, Sport (Surfen, Skateboard, Extremsport …) und vieles mehr.  mimamuseum.eu

Auteur: Martine Carret

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