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PACIFIC CREST TRAIL – BIS AN DIE GRENZEN

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Ein Erfahrungsbericht von Maria Bateson, Abschlussstudentin für Veterinärmedizin am Carlson College of Veterinary Medicine an der Oregon State University.

Nicht jeder kann sich einfach so drei Monate frei nehmen, um zu wandern. Nur wenige wollen sich überhaupt dafür eine Auszeit nehmen. Aber jedes Jahr macht sich eine kleine Gemeinschaft von Menschen auf die Reise – aus verschiedenen Gründen kündigen sie ihren Job und schalten ihr Leben auf Warteschleife. Bei mir war es genauso.  

Ich hatte in der Schule alles gegeben – ich hatte mein Abitur geschafft, als Veterinärtechniker gearbeitet und würde ab August die veterinärmedizinische Fakultät besuchen. Umso dringender überkam mich das Bedürfnis, jetzt sofort etwas anderes zu machen, etwas Inspirierendes, etwas für mich, etwas, was meine Perspektive verändern würde.

Der Pacific Crest Trail ist ein 2.650 Meilen langer Wanderweg, der von der mexikanischen Grenze nach Kanada führt, durch Kalifornien, Oregon und Washington. Ich hatte ein wenig darüber gelesen, hatte den Film Wild gesehen und das Buch gelesen. Aber nichts, was ich las oder sah, hätte mich darauf vorbereiten können, wie lebensverändernd dieses Abenteuer tatsächlich ist. 

Ich sage heute, ohne zu zögern, dass dies die besten drei Monate meines Lebens waren. Für die meisten klingt es nach Folter, drei Monate lang mit mehr als 20 Kilo auf dem Rücken zu wandern. Und manchmal war es das auch. Meine Füße schmerzten, mein Rücken war wund, mein Haar war nie sauber, und dennoch würde ich alles geben, um noch einmal zurückzukehren. 

Wenn ich auf diesen Sommer zurückblicke, habe ich drei wichtige Lektionen gelernt. Erstens, dass die Menschen gut sind. Die Gemeinden rund um den Weg gaben den Wanderern das Wenige, was sie hatten, aus vollem Herzen – sie verpflegten uns, ließen uns duschen und erwarteten wenig als Gegenleistung. Und auch meine Familie von der anderen Küste aus gab mir Unterstützung und schenkte mir ihre grenzenlose Geduld – und dafür bin ich zutiefst dankbar. Zweitens, lebe bewusst! Das Leben ist so kurz, und die schönsten Erinnerungen, die ich vom PCT habe, betreffen die kleinen Dinge. Es sind die Blumen, die sich im Wind bewegten, der Marienkäfer, der über meinen Schuh kroch, der Blick vom Gipfel des Mount Whitney im Morgengrauen. Und schließlich habe ich gelernt, flexibel zu sein. Du kannst so viel planen, wie du willst: am nächsten Tag wird es nicht so laufen, wie du gedacht hast. Am Ende stellst du dich darauf ein, passt dich an.

Fernwandern stellt einen vor unglaubliche Herausforderungen. Ich erlebte die höchsten Höhen und einige der größten Tiefpunkte, sowohl mental wie körperlich. Und dennoch, irgendwie und allem zum Trotz, baut es dich auf, lehrt dich Demut, Dankbarkeit und Zuversicht, das Unmögliche zu erreichen. Dir wird bewusst, dass nichts dauerhaft ist. Diese einsamen Momente gehen vorüber. Die glücklichsten Zeiten vergehen am schnellsten – daher lebe und liebe leidenschaftlich, aus tiefstem Herzen und sei dankbar. 

STOP 1 Borrego Springs

Etwas abseits der Haltestellen des Pacific Crest Trail, aber es ist einen Besuch wert. Mitten im Anza-Borrego Desert State Park gelegen ist diese internationale Dark Sky Community. Ziel ist, den Nachthimmel vor Lichtverschmutzung zu schützen. Schnappen Sie sich ein paar Tacos am mexikanischen Grill von Carmelita, besuchen Sie das Borrego Springs Art Institute oder machen Sie eine der vielen Wanderungen durch die Wüste. Wo kann man wohnen? Im Vintage RV Park, natürlich!

STOP 2 – Idyllwild

Idyllwild liegt in den San Jacinto Mountains und ist bei Wanderern beliebt. Besuchen Sie „Idyllwild Ice Cream and Jerky“ und probieren Sie die Vielzahl der originellen Geschmacksnoten. Der Mount San Jacinto State Park ist atemberaubend, wenn Sie Zeit für eine Wanderung haben! Idyllwild hat auch ein Naturzentrum, das Wanderwege und ein Museum anbietet, wenn Sie sich für die lokale Flora und die einheimische Kultur interessieren.

STOP 3 – Big Bear lake

Dies ist die ultimative Alpenstadt. Sie ist bekannt für Snowboarding und Skifahren, aber Mountainbiken und Wandern sind im Sommer sehr beliebt. Das Big Bear Discovery Center bietet Touren um den See an, wo Sie Weißkopfseeadler beim Nisten sehen können! Halten Sie bei der Big Bear Lake Brewing Company für ein Bier und einen Burger an.

STOP 4Bishop

Einer meiner Favoriten! Nicht zu übersehen ist Erick Schat’s Bakkery – die Heimat des originalen Schäferbrotes. Das Brot, das während des Goldrausches von Kalifornien in das Tal des Owens kam, wird bis heute von Hand geformt und in Steinöfen gebacken. Besichtigen Sie das Laws Railroad Museum, um mehr über die Siedler der Region zu erfahren.

STOP 5Muir Trail Ranch

Die Muir Trail Ranch, die als „Ihr Basiscamp in der Wildnis“ beworben wird, bietet ein luxuriöses Camping- Erlebnis. Wandern, Reiten, Angeln und Nutzung der heißen Quellen werden dort angeboten. Besuchen Sie die Website, um zu reservieren, und beachten Sie bitte, dass die abgelegene Lage eine 9 km lange zusätzliche Wanderung erfordert.

STOP 6 Yosemite National Park

Nur wenige Dinge sind schöner als die aufsteigenden Granitfelsen des Yosemite. Wenn Sie es schaffen, eine Reservierung zu bekommen, wohnen Sie am besten in einer der Hütten direkt im Tal (Majestic Yosemite Hotel, Yosemite Valley Lodge, Half Dome Village, um nur einige zu nennen). Es gibt viele Restaurants und Ausflugsziele. Machen Sie eine Mondscheintour durch das Tal oder eine Wanderung bei Tage oder besuchen Sie die Yosemite Falls – die höchsten Wasserfälle Nordamerikas.

Allgemeine Vorbereitungen

  1. Erinnern Sie sich an Ihre „Leave No Trace“-Regeln  (keinen Müll hinterlassen!).
  2. Machen Sie ausgiebige Recherchen über Ihre Versorgungsstopps. Schicken Sie sich selbst Kisten mit Essen und Leckereien an diese Adressen (oder bitten Sie einen vertrauenswürdigen Freund oder ein Familienmitglied, dies zu tun).
  3. Lernen Sie Kompassnavigation und einige Grundlagen zur Ersten Hilfe in der Wildnis – Unfälle passieren, und es ist besser, vorbereitet zu sein!
  4.  Besorgen Sie sich ein Satelliten-kommunikationsgerät. Häufig verwendete Geräte sind das Spot Gen3 oder das Garmin InReach.
  5. Kosten: Abhängig davon, wie viel Ausrüstung Sie bereits haben, können die Kosten für das Wandern auf dem PCT bis zu 500 $/Monat betragen.
  6. Ausrüstung! Ich könnte den ganzen Tag darüber reden.
  • Schlafsack: Ich habe einen  0-Grad-Schlafsack gewählt. 
  • Schlafunterlage: Die faltbaren Schaumstoffpolster sind deutlich billiger, aber Sie können sich für ein aufblasbares Modell entscheiden, wenn Sie Schwierigkeiten beim Schlafen haben. 
  • Campingkocher: JetBoil Flash funktioniert gut als Komplett-kocher, außer bei windigen  Wetterverhältnissen. Andere wie die MSR Pocket Rocket sind dafür besser geeignet. 
  • Bären-Kanister: Wenn Sie irgendwo in der hohen Sierra Nevada Range campen, sollten Sie einen bärenresistenten Food-Kanister tragen. BearVault scheint (aus Preisgründen) die beliebteste
    Marke zu sein und REI vermietet sie! 

Autor: MARIA BATESON

Fotos : MARIA BATESON

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